Spaghettimonster, oder: das Ende des Abendlandes?

Ein Monster geht um im Abendland. Es kann wohl fliegen, besteht aus italienischer Pasta und wird nur selten beobachtet. Und es wird eigenhändig (oder eigennudelig?) das Abendland und seine Kultur zerstören.

Könnte man meinen, wenn man dem Generalsekretär der schwarzen Reichshälfte, Blümel, glaubt. Willkommen im Wahlkampf.

Nachdem die ÖVP ja bekanntermaßen viele Wähler in Richtung NEOS verloren hat, wird jetzt der Generalsekretär ausgesendet, die rosa apokalyptischen Reiter zu bekämpfen. Dann wird NEOS vorgeworfen, kein Programm zu haben (ich empfehle Herrn Blümel diese Lektüre), ein Programm zu haben, das die Existenz des Abendlandes bekämpft (was jetzt?), oder eh das gleiche Programm zu haben wie die ÖVP (bekämpft die dann das Abendland?).

Oder die ÖVP behauptet eben mal, dass das Privatvergnügen eines NEOS-Abgeordneten Parteiprogramm sei. Weil die „Pastafari“ sich als Religion registrieren wollen und Niko Alm diese Idee unterstützt, wird daraus die Behauptung gestrickt, das Ganze sei eine Partei-Aktion. Möglich, dass der ÖVP-Generalsekretär die Parteimitgliedschaft tatsächlich für derart wichtig hält, dass alles, was ein Einzelner tut dann immer als Aktion seiner Partei zu werten wäre. Nach dieser Logik muss der Mensch also seine eigene Meinung abgeben, wenn er in eine Partei eintritt und darf niemals mehr eine andere Meinung vertreten als die der Partei? Das ist beängstigend.

Nun bin ich selber kein Atheist. Ich engagiere mich gerne in der katholischen Kirche. Ich muss dazu nicht alles gut finden, aber ich unterstütze die Arbeit in den Gemeinden, wo es für die Menschen zählt. Das Spektrum der politischen und theologischen Meinungen innerhalb der Kirche ist so breit wie in der gesamten Gesellschaft. Und in diesem Spektrum bin ich eben auf der sehr liberalen Seite. Ich persönlich  würde das Vorhaben, die „Pastafari“ in Österreich als Religion zu registrieren nicht unterstützen. Aber das muss ich ja auch nicht.

Ein Problem habe ich damit, wenn Menschen aufgrund ihres Glaubens (oder Nichtglaubens) persönlich angegriffen oder an der Ausübung ihres Glaubens gehindert werden. Aber wenn die „Pastafari“ als Religion eingetragen werden sollten, dann erreichen sie damit eben erstmal nur genau das – sie wären als „Religion“ eingetragen, auch wenn nur als Satire. In Wirklichkeit ändert das nichts. Zu einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft gehört eben auch, die Meinungsfreiheit zu respektieren. Das umfasst auch Satire. Satire sollte man mit Humor nehmen.

Der scheint der ÖVP wohl zusammen mit ihren Wählern abhanden gekommen zu sein.

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